Felix Mendelssohn Bartholdy


Felix Mendelssohn Bartholdy in LeipzigEs war das Jahr 1835, als der junge Felix Mendelssohn Bartholdy (geboren 1809 in Hamburg, verstorben 1847 in Leipzig) von Berlin nach Leipzig zog. Noch im Herbst begann Bartholdy seine neue Anstellung als Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses, dass er durch sein Wirken und Schaffen weltbekannt machen sollte. Als Musikdirekter begründete Felix Mendelssohn Bartholdy die Leipziger Gewandhauskonzerte, bei denen erstmals seit Johann Sebastian Bach’s Tod im Jahre 1750 wieder dessen Stücke gespielt wurden. Unter großem Beifall und Zuspruch gewannen seine Konzerte zunehmend an Bedeutung. So verhalf Bartholdy seinen Weggefährten Robert Schumann 1841 zu dessen musikalischer Berühmtheit, indem er Schumanns „Erste Sinfonie“ aufführen ließ. Die Darbietung von zeitgenössischer Musik und historischen Stücken führten die Gewandhauskonzerte sowohl zu internationaler Bekanntheit als auch zu finanziellem Ruhm.

Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig: Ernennung zum Ehrenbürger

Neben Stücken von Bach spielte Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig auch eigene Stücke. So wurde 1836 in der ehemaligen Paulinerkirche sein Oratorium „Paulus“ aufgeführt, das er dem gleichnamigen Apostel widmete. Obwohl Mendelsohn Bartholdy 1841 vom preußischen König persönlich als Kapellmeister nach Berlin berufen wurde, gab Bartholdy seine Anstellung als musikalischer Leiter des Gewandhauses zu Leipzig nicht auf. Sein großer Ehrgeiz, seine Frau Cecile und seine ausstrahlende Persönlichkeit unterstützten Ihn bei seinen musikalischen Errungenschaften. Bereits 1836 wurde Bartholdy der Ehrendoktortitel der Universität Leipzig verliehen. Am 13. April 1843 wurde er Ehrenbürger der Stadt Leipzig, in der er trotz regelmäßiger Konzertreisen (vor allem nach England) bis seinem frühen Tod leben sollte. Mendelsohn Bartholdys 5 Kinder (darunter Felix, Paul und Elisabeth) sind allesamt in Leipzig zur Welt gekommen, die ihm im Gegensatz zu seiner geliebten Schwester Fanny alle überlebten.

Zum Wirken von Bartholdy in Leipzig

  • 1836 – Uraufführung des „Paulus“ Oratoriums
  • April 1841 – erstmalige Aufführung von Bachs Matthäuspension in Leipzig nach dem Tod des großen Komponisten
  • 1842 – Uraufführung der „Schottischen Sinfonie“ im Gewandhaus, deren Inspiration auf seiner Schottland-Reise zu Grunde liegt
  • 1843 – Eröffnung des Konservatoriums für Musik

Mendelssohn Bartholdys Tod in Leipzig

Am 18. März 1847 spielte Felix Mendelssohn Bartholdy sein letztes Konzert in Leipzig, nur einen Tag später gab er sein Amt als Gewandhauskapellmeister auf. Der große Dirigent, Komponist, Musikdirektor und Kapellmeister des Gewandhauses, Felix Mendelssohn Bartholdy verstarb am 04. November 1847 im Alter von nur 38 Jahren im Mendelssohn-Haus Leipzig in der Goldschmidtstraße 12 (einst Königsstraße Nr. 5). Sein Leichnam wurde nach der Trauerfeier am 07. November 1847 nach Berlin überführt und auf dem christlich-jüdischen Friedhof der Dreifaltigkeitsgemeinde neben seiner Schwester Fanny und weiteren Angehörigen beigesetzt. Ein einfaches Kreuz schmückt sein Grab, das noch heute von vielen Touristen besucht wird.


Ein Denkmal in Ehren

Dem Komponisten zu Ehren hat ihm die Stadt Leipzig ein eigenes Denkmal gesetzt. Das Mendelssohn Bartholdy-Denkmal steht unweit der Thomaskirche und somit auch unweit des Bach-Denkmals, was er als großer Verehrer einst selbst stiftete. Und nicht zu vergessen, im April 1843 gründete Mendelssohn Bartholdy das erste deutsche Konservatorium und somit die erste Musikhochschule in Deutschland. Er zählt neben Beethoven, Bach und Händel zu den berühmtesten Komponisten Deutschlands und gilt als Wiederentdeckter großer, historischer Musik. Das Mendelssohn-Denkmal wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg abgerissen und eingeschmolzen, da Mendelssohn jüdischer Abstammung war. Das Mendelssohn-Denkmal befand sich einst vor dem historischen Gewandhaus. 1993 wurde es neu errichtet, im gleichen Jahr feierte die Hochschule für Musik ihren 150. Geburtstag.
Bartholdys Liebe zu Leipzig wird auch im Briefwechsel mit dem Legationsrat Carl Klingemann aus Essen deutlich, so schrieb Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1841: „Noch ein kurioses Mißverständnis ist in Hinsicht des Vergleichs der beiden Städte Leipzig und Berlin. Du glaubst, und dasselbe haben mir mehrere hiesige und auswärtige gesagt, hier in Leipzig sei die Bequemlichkeit, das Hausverhalten, die Abgeschlossenheit, dort das öffentliche Wirken in und für Deutschland, die Tätigkeit für andere etc. Es ist wahrhaftig gerade umgekehrt … Dort sind alle Bestrebungen Privatbestrebungen, ohne Wiederhall im Lande, und den haben Sie hier, so klein das Nest auch ist.“ Quellen: Museum im Mendelssohn-Haus, Leipzig

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