Nikolaikirche


Nikolaikirche Leipzig - Ort der Friedlichen RevolutionDie Sankt Nikolaikirche Leipzig ist einer der geschichtsträchtigsten Orte der Stadt. Im Jahre 2015 feierte die Nikolaikirche ihren 850 Geburtstag. Die Kirche wurde mit dem Verleih des Leipziger Stadtrechtes nach 1165 gegründet und gehört zu den ältesten und größten Kirchen in ganz Leipzig. Im Februar 1723 war der heute weltbekannte Komponist Johann Sebastian Bach in der Nikolaikirche, um für das Amt des Thomaskantors vorzuspielen. Im April 1724 hat Bach hier erstmalig seine Johannespassion aufgeführt. 1989 wurde mit den Friedensgebeten hier die innerdeutsche Wende eingeleitet. Die Nikolaikirche Leipzig war somit Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution in Deutschland. Ein im Jahre 1999 errichtetes Denkmal auf dem Nikolaihof, das einer frühklassizistischen Säule aus Sankt Nikolai gleicht, soll an die Leipziger Herbsttage 1989 erinnern. Ebenso erinnern daran die 144 bunten Lichter auf dem Nikolaihof, zwischen der Kirche und der bereits 1395 gegründeten Nikolaischule. Der berühmteste Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer, war mit seinen Friedensgebeten maßgeblich mitbeteiligt an der friedlichen Revolution. Christian Führer verstarb 2014 im Alter von 71 Jahren.

Nikolaikirche Leipzig: Baugeschichte

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Nikolaikirche zu Ehren des heiligen Nikolaus von Myra im romanischen Baustil errichtet. Schon 1513 griff die heute dreischiffige Nikolaikirche eine weitere Etappe in Ihrer Baugeschichte auf. Unter dem Baumeister Benedikt von Eisenberg begann der gotische Umbau, der um 1525 beendet werden sollte. Am 31. Mai 1525 wurde Sankt Nikolai vom anwesenden Bischoff von Merseburg neu eingeweiht. Martin Luther selbst soll 1539 hier, wie auch in der Thomaskirche zu Leipzig, seine Reformation gepredigt haben. Ein weiterer Meilenstein in der Baugeschichte der Nikolaikirche zu Leipzig war der barocke Umbau um 1734, bei dem die Kirche ihre barocke Laterne mit samt Wetterhahn erhielt. Die zentrale Laterne auf der Turmfront der Westfassade ist bis heute erhalten geblieben. In den Jahren 1783 bis 1797 erlebte die Nikolaikirche einen weiteren baugeschichtlichen Wandel mit der klassizistischen Ausrichtung der Innenausstattung unter Johann Friedrich Dauthe. Der Leipziger Maler Adam Friedrich Oeser, der auch schon das berühmte Deckengemälde im Festsaal des Gohliser Schlösschens ausmalte, kümmerte sich um die bildliche und farbliche Ausgestaltung der Leipziger Nikolaikirche. So schuf Oeser unter anderem das Altarbild. Zwischen den Jahren 1970 und 1977 fand die letzte umfangreiche Sanierung der Nikolaikirche zu Leipzig statt.

Innenausstattung der Nikolaikirche

Besonders einprägsam sind die spätgotischen, dem Klassizismus verfallenen Pfeiler, die Ende des 18. Jahrhunderts mit farbenreichen Blattkapiteln versehen wurden. Die grünen Blattkapitel erinnern an Palmen, die das Dach der Kirche tragen und sich in den Netzgewölben der Kirche fortsetzen. Dank der großen Fenster und der hellen Farbgebung innerhalb der Nikolaikirche, erstrahlt der Innenraum voller Licht. Weiterhin sehenswert sind unter anderem der Altarraum, die mehrgeschossigen Sitzränge, die Kanzel, der Taufstein und die um 1859 errichtete Orgel.

Turmbesteigung Nikolaikirche Leipzig

Jeden Samstag um 14 Uhr werden Turmexkursionen angeboten, die die Turmbesteigung auf den Nikolaikirchturm in Leipzig ermöglichen. Der Treffpunkt befindet sich vor dem Büchertisch in der Nikolaikirche. Der Turmaufstieg kostet eine Gebühr von 2,50 Euro. Zu sehen ist unter anderem die historische Türmerwohnung von 1730 und natürlich der Panorama-Blick auf die Leipziger Innenstadt. Mehr zur Turmbesteigung der Nikolaikirche auf www.nikolaikirche.de. Wer mehr als den achteckigen Mittelturm der Nikolaikirche sehen möchte, kann auch an kostenfreien Kirchenführungen teilnehmen, die von ehrenamtlichen Helfern organisiert wird und spannende Geschichten rund um die Kirchenhistorie bereithält.

Zur Ladegast/Eule-Orgel

Die einzigartige Ladegast/Eule-Orgel in der Nikolaikirche Leipzig befindet sich über dem Portikus. Die Orgel misst ca. 21x13m und besitzt 5 Register mit mehreren Tausend Pfeilern. Die Orgel gilt als die größte im Freistaat Sachsen. Weltweit einzigartig ist, dass die Orgel links und nicht rechts startet.


Wo befindet sich die Nikolaikirche?

Die Nikolaikirche ist die wohl bekannteste Kirche der Stadt Leipzig. Sie befindet sich an der gleichnamigen Nikolaistraße in der Leipziger Innenstadt in Richtung Augustusplatz bzw. Universität zu Leipzig. Das Ägyptische Museum befindet sich gegenüber in der Schillerstraße. Die Nikolaikirche gehört samt Kirchhof und Nikolaischule zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einer Leipziger Stadtführung. Die ebenfalls bekannte Thomaskirche befindet sich am anderen Ende der Innenstadt in knapp 1000 m Entfernung.


Quellen: Knaurs Kulturführer Deutschland, Droemersche Verlagsanstalt TH. Knaur Nachf., München, 1991/1993 Chronik der Stadt Leipzig - 2500 Ereignisse in Wort und Bild, Horst Riedel, Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen, 2001

Besucherinformationen

Öffnungszeiten: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr (Montag - Samstag) Gottesdienst: 09:30 Uhr, 11:15 Uhr & 17:00 Uhr (Sonntag) Friedensgebet: 17:00 Uhr (Montag) Turmexkursion: 14:00 Uhr (Samstag), Kosten: 2,50 Euro (Stand 2014)

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