Paulinerkirche Leipzig


Paulinerkirche Leipzig - NeubauDie St. Pauli Kirche in Leipzig (Paulinum) gehörte zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Die Grundsteinlegung für die Paulinerkirche ging bis auf das 13. Jahrhundert zurück, wobei der lang bestehende Neubau bereits 1521 fertig gestellt wurde. Der gotische Kirchenbau befand sich nahe der östlichen Stadtmauer am heutigen Augustplatz. Die heutige Kirche hat nur noch wenig mit dem historischen Gemäuer zu tun, dennoch überzeugt der Neubau mit moderner Sakral-Architektur sowie der stilvollen Jehmlich-Orgel. Die Innenraum-Fassaden sind schlicht weiß, die Bestuhlung schwarz und der Altar aus alter Zeit. Der Kontrast zwischen Geschichte und Moderne könnte kaum größer sein. Die aufwendige Außenfassade samt Fensterrose und zahlreichen Glaselementen tut ihr Übriges.

Festakt zur Eröffnung des Paulinum & Öffnungszeiten

Die feierliche Wiedereröffnung der Kirche wird am 01. Dezember 2017 erfolgen. Der scheidende Ministerpräsident Stanislaw Tillich wird wie Oberbürgermeister Burkhard Jung zur feierlichen Eröffnung erwartet. Nach ganzen zwölf Jahren Bauzeit kann die neue Kirche endlich Anfang Dezember in einem 4tägigem Testakt eröffnet werden. Zur Eröffnung werden Stücke von Bach und Bruckner gespielt. Besucher können die Kirche ohne Anmeldung ab dem 02. Dezember 2017 13:00 Uhr besuchen. Künftig soll das Gebäude von Dienstag bis Samstag außerhalb der Gottesdienste am Sonntag besucht werden können. Die Öffnungszeiten sind:
  • Dienstag bis Freitag: 11:00 bis 15:00 Uhr
  • Samstag: 10:00 bis 14:00 Uhr

Paulinum: Kirche der Universität zu Leipzig

Um das Jahr 1543 ging die Paulinerkirche, die einst zu einer Klosteranlage gehörte, in den Besitz der Universität zu Leipzig. Häufig wird die Paulinerkirche daher auch als Paulinum bezeichnet. Im August 1836 sollte das Gebäudeensemble am Augustusplatz um das Augusteum erweitert werden, das bis heute das Hauptgebäude der Universität bildet. Seit 1786 fanden auch Konzerte in der Kirche statt. Einer der berühmtesten Gastgeber war Felix Mendelssohn-Bartholdy im Jahr 1836.

Sprengung der Paulinerkirche Leipzig

Das wohl schlimmste Kapitel in der Leipziger Kirchengeschichte ist die Sprengung der Paulinerkirche am 30. Mai 1968. Trotz zahlreicher Bürgerproteste konnte niemand verhindern, dass das kommunistische Regime der DDR unter Walter Ulbricht die Kirche sprengt. Noch heute erinnert eine Gedenktafel an der Leipziger Universität an diese unverständliche Tat. Weder Stadt noch Universität setzten sich für den Kirchenerhalt und Widerstand ein. Die Kirche hat Kriege überstanden, die Politik der SED allerdings nicht. Die Paulinerkirche wurde zugunsten des Baues einer sozialistischen Universität gesprengt.

Kirchenneubau

Der Wiederaufbau der Paulinerkirche wurde bereits 1992 durch eine Bürgerinitiative geplant und ins Leben gerufen. Der Kirchenneubau wurde anlässlich der Vorbereitung der Jahrfeier zum 600jährigen Bestehen der Universität Leipzig beschlossen. Ab Mitte der 2000er Jahre wurde der heutige Neubau der Paulinerkirche errichtet, der zwar nichts mehr mit dem historischen Gebäude zu tun hat, jedoch leichte Elemente der Gotik vorweist, so z. B. die Fensterrose zum Augustplatz. Das Gebäude ist aus finanziellen Gründen bis zum Dezember 2014 noch immer nicht fertig gestellt. Die Grundsteinlegung für den historischen Renaissance-Altar erfolgte am 02. Dezember 2014 unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. Bis auf den Altar und einigen Epitaphen berühmter Leipziger ist nichts mehr von der originalen Paulinerkirche erhalten.

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