Thomaskirche


Turm der Thomaskirche LeipzigDie erste Erwähnung der Thomaskirche Leipzig fand 1212 statt, als die schon damals bestehende romanische Marktkirche an das Augustiner-Chorherrenstift Sankt Thomas angegliedert wird. Begründer des Leipziger Stiftes Sankt Thomas ist der Markgraf Dietrich, der sich hierfür die Erlaubnis des Kaisers holte. In den Jahren 1482 bis 1496 wurde die Thomaskirche durch den Architekten Claus Roder in die noch heute erhaltene spätgotische Gestalt umgebaut. Die dem heiligen Thomas gewidmete dreischiffige Leipziger Thomaskirche ist heute eines der Wahrzeichen der Stadt Leipzig. Der Legende nach hat Martin Luther 1539 hier die Reformation in Leipzig gepredigt. Luther ist ein farbiges Fenster im Chorraum gewidmet. Ebenso wird der berühmte Thomaskantor Bach in einem Fenster dargestellt. Sebastian Bach soll im Jahr 1723 in der Kirche den Vertrag zur Anstellung als Thomaskantor unterschrieb. Die Thomaskirche gehört heute zusammen mit der Leipziger Nikolaikirche zu den zwei Hauptkirchen der Stadt.

Thomasschule – Gründung des Thomanerchores zu Leipzig

Der bereits 1212 durch die Gründung der Thomasschule entstandene Thomanerchor machte Leipzig auch außerhalb der Region berühmt. Die Schüler erhielten liturgische Gesangsausbildung. Der Leipziger Thomanerchor gilt noch heute als einer der berühmtesten Knabenchöre Deutschlands. Die Thomasschule befindet sich am Thomaskirchhof. Aufführungen des Thomanerchores finden regelmäßig an den Wochenenden statt, mit Ausnahme der Schulferien. Große Berühmtheit erlangte der Thomanerchor durch den 1723 eingestellten Thomaskantor Johann Sebastian Bach, der bis zu seinem Tod 1750 Thomaskantor bleiben sollte. Später in Vergessenheit geraten sorgte der Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy für die im 19. Jahrhundert einsetzende Bachrenaissance.

Thomaskirche Leipzig: Bach-Grab

Ursprünglich wurde Sebastian Bach in der Johanneskirche am Johannesplatz beigesetzt. Da die Johanneskirche im Zweiten Weltkrieg jedoch vollkommen zerstört wurde, begab man sich auf die Suche nach einer neuen Grabstätte für den ehrwürdigen Komponisten. Zur Auswahl standen die Nikolaikirche und die Thomaskirche. Schließlich überführte man die Gebeine von Sebastian Bach 1949 in die Thomaskirche zu Leipzig. 1950 erhielt sein letztes Grab in der Thomaskirche. Das Bach-Grab wurde im Chorraum errichtet. Geschmückt wird das Grab durch eine bronzene Grabplatte, auf der regelmäßig frische Blumen abgelegt werden. Das Leipziger Bachdenkmal befindet direkt vor dem Südportal der Kirche. Im Thomasshop auf dem Thomaskirchhof können Souvenirs von Johann Sebastian Bach erworben werden, Becher, Schlüsselanhänger und natürlich klassische CD’s mit der Matthäuspassion, die 1935 erstmals ungekürzt in der Thomaskirche aufgeführt wurde. Der letzte Thomaskantor der DDR, der durchaus beliebte Kantor Hans-Joachim Rotzsch, wurde trotz Protesten aus der Bevölkerung 1991 entlassen.

Thomaskirche zu Leipzig – Sehenswertes

Besonders hervorzuheben ist das bunte Kreuzrippengewölbe von Conrad Pflüger, das einem bei Betreten der Thomaskirche sofort in die Augen sticht. Innerhalb der Leipziger Thomaskirche gibt es mehrere sehenswerte Epitaphe, so unter anderem der Epitaph für den Ritter Hermann von Harras, der in der Thomaskirche bestattet wurde. Weiterhin auffällig sind der um 1614 errichtete Taufstein und die zwei großen Orgeln, wobei die letzte Orgel erst 2006 fertiggestellt wurde.
Quelle: Knaurs Kulturführer Deutschland, Droemersche Verlagsanstalt TH. Knaur Nachf., München, 1991/1993

Motetten in der Thomaskirche

Regelmäßig finden in der Thomaskirche Leipzig Motetten statt, in der der Thomanerchor wie auch Gastchöre bestaunt werden können. Am Freitag Abend findet die Motette 18 Uhr statt, am Samstag um 15 Uhr. Der Eintritt kostet nur wenige Euro. Weitere Informationen zu den Motetten in der Thomaskirche erhalten sie unter: www.thomaskirche.org

Aufstieg zum Turm der Thomaskirche

Der achteckige Turm der Thomaskirche zu Leipzig (siehe Bild zum Kirchturm) wurde bereits 1537 errichtet und ist bis heute weitestgehend original im Stil der Renaissance erhalten geblieben. 1702 wurde dem Turm der Leipziger Thomaskirche lediglich noch die barocke Haube aufgesetzt. Der Turm ist insgesamt 68m hoch und bietet auch schönen Ausblick über den Leipziger Markt samt dem Alten Rathaus. In den Frühjahrs- und Sommermonaten werden Samstags und Sonntags regelmäßig Führungen angeboten. Die Turmführung mit Blick auf das gut 500 Jahre alte Dachgestühl, was zu den steilsten Kirchendächern Deutschlands zählt, wird zu einem Preis von 2,00 pro Person angeboten (Stand 2013).


Besucherinformationen

Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr (täglich) Gottesdienst: 9:30 & 18 Uhr (Sonn- & Feiertage) Turmbesteigung: April - November; 13, 14 & 16:30 Uhr (Samstag) sowie 14 & 15 Uhr (Sonntag)

Weitere bedeutende Kirchen

Thomaskirchhof

Der angrenzende Thomaskirchhof wird geprägt vom Bosehaus (Thomaskirchhof 16) in dem das bekannte Bach-Museum beheimatet ist. Der Thomaskirchhof wird von Cafes und Restaurants geprägt, die vor allem im Sommer dazu einladen, draußen zu sitzen. So gibt es unter anderem das Brauhaus an der Thomaskirche, was vor allem auch italienische Küche anbietet. Gegenüber, auf der anderen Seite der Thomaskirche befindet sich das Kaufhaus Ebert. Das Kaufhaus Ebert ist besonders stark mit Blattgold verziert und fällt besonders aufgrund der golgenden Kuppel auf. Man möge denken, das war teuer. Wie auch immer, in dem Gebäude befindet sich die Commerzbank Leipzig.

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