Ein Sonntag im Leipziger Zoo

Orang Utan im Zoo LeipzigNach guten zehn Jahren war ich wieder mal im Leipziger Zoo. Die Gutscheine wurden eingelöst und los ging es. Trotz Ferienzeit und Temperaturen von ca. 25 Grad war es ein sehr angenehmer Besuch. Immerhin hat sich in den letzten Jahren ziemlich viel verändert. Die größte Veränderung ist das Gondwanaland. Über einen kleinen Holzpfad und einem Tunnel hindurch ist man auch schon in der Mitte der Gondwana-Halle. Jetzt gibt es zwei Wege, entweder für 1,50 EUR/Erwachsener (1,00 EUR/Kinder) mit dem Floß fahren oder die Gondwana-Wege zu Fuß ablaufen, von Treppe zu Treppe. Wie sollte es auch anders sein, wir haben uns für die Floßfahrt entschieden.

Floßfahrt durch Gondwana

Das Boot, mit gut 10 Mann besetzt, fuhr los und vor uns öffnete sich ein Rolltor. Hinter dem Rolltor und ein paar Wasserspritzern wartete die Geschichte der Erde. Angefangen hat alles mit dem Urland „Gondwana“. Auf Leinwänden und Bildschirmen wurde die Geschichte der Natur, der Flora und Fauna erklärt. Über die Dinosaurier bis hin in die neue Welt war alles dabei. Für mich war es eine gelungene Aufklärung über das historische Gondwana. Nachdem die Aufklärungstour zu Ende war gingen die Wasserwege noch ein wenig durch die Gondwana-Halle. Wer hier freilebende, exotische Tiere sucht, wird allerdings nicht viele finden. In einzelnen Randgehegen gibt es noch einige Tiere zu bestaunen.

Aquarium, Terrarium, Elefantentempel

Das Aquarium war damals schon schön, es hat sich kaum verändert. Im Rundaquarium gibt es nach wie vor große Fische wie Haie. Das Terrarium scheint ein wenig von der Zeit geprägt zu sein, fast ein wenig schmuddelig. Insgesamt waren Innentemperaturen von ca. 30 Grad kaum auszuhalten. Also ging es zur Elefantenanlage im Zoo Leipzig. Die Elefanten, von ich gut 5 gesehen haben, haben zwar ein schönes zu hause, dennoch ist ein wenig klein. Die teilweise eigenartigen Bewegungen der asiatischen Tiere, lassen gar deutlich auf psychische Störungen hinweisen. Nunja, selbst das schönste Gehege mit Wasserbad kann die Freiheit und den Regenwald nicht ersetzen.

Pongoland – ein ewiges Highlight im Zoo

Das Pongaland war schon früher eine Attraktion, weite Gehege, zahlreiche Menschenaffen, die sich auf den Bäumen und Wiesen tummeln. Allein im Schimpansengehege scheint es über 10 Schimpansen zu geben. Gorillas habe ich insgesamt drei gesehen, wobei der Silberrücken am deutlichsten zu sehen war. Und Orang-Utans? Hier habe ich mindestens 7 gezählt. Viele jüngere Tiere und ein alter, bewegungsschwacher Knabe, der in der Sonne lag. Mal viel Haare, mal wenige Haare, die Orang-Utans sind schon sehr speziell. Dem Pfad folgend, vorbei an einem zweiten Schimpansen-Gehege, ging es in das Reich der Bonobos. Äußerlich kaum von Schimpansen zu unterscheiden, sind beide Menschenaffenarten am ehesten mit dem Menschen verwandt. Auch im Bonobo-Gehege gab es viele Jungtiere zu sehen.

Speis, Trank und besondere Eindrücke

Im Zoo Leipzig gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Essen und Trinken, von Selbstdienung zur Bedienung, vom Fastfood, Grillfleisch wieder zurück zum besseren Fastfood. Eine eigene Küche scheint der Zoo Leipzig nicht zu haben. Firmen wie sodexo beliefern den Zoo. Ob ein Restaurant teuer ist oder nicht, lässt sich ja häufig am Bierpreis ablesen. 4,19 EUR für einen halben Liter Ur-Krostitzer sind schon ganz schön viel Geld. Wobei die Restaurant- und Barpreise insgesamt in Leipzig angestiegen sind. Besonders schön erschien mir das Nashorngehege in der Savanne. Die Tiere haben hier sehr viel Platz, ein paar Antilopen bringen die notwendige Unterhaltung. Anders ist es beim Löwengehege, da es lediglich nur noch ein männliches Löwentier im Leipziger Zoo gibt. Wie eine Löwenzucht sieht es jedenfalls nicht aus. Was ich jedoch vermisst habe, war das historische Bärengehege der Eisbären. Am ehemaligen Bärengehege befindet sich heute ein riesiger Kinderspielplatz. Auch insgesamt wird den Kindern ziemlich viel geboten. Spielplätze, eine kleine Lok, ein Streichelzoo und sogar Kamelreiten (für 5 EUR), das Angebot scheint groß…. Nach gut 5 Stunden Zoo-Besuch ging es dann in Richtung Ausgang. Auch dieser hat sich in den Jahren stark verändert. Anstatt den Zoo einfach über das Eingangstor zu verlassen, geht heute noch einmal durch einen riesigen Shop voller Kinderspielzeug und Zoo-Souvenirs. Da wird das ein oder andere Kind mit Sicherheit auch noch etwas finden. Die Spielzeugpreise sind allerdings nicht die günstigsten. Doch darum geht es auch nicht, der Zoo muss finanziert werden. Das geht über Eintrittspreise, Spielwaren, Getränke und eben auch über die Tierpaten-Schaften, die den Tieren ein unbeschwertes Leben im Zoo sichern soll.