Merseburger Dom


Merseburger Dom mit SchlossDer Merseburger Dom wird im Jahre 2015 1000 Jahre alt. Er befindet sich ca. 30 km westlich von Leipzig. Unter dem Bischof Thietmar von Merseburg wurde der romanische Neubau ab dem Jahr 1015 umgesetzt, die Arbeiten sollten bis ins Jahr 1040 andauern. Vorher stand an gleicher Stelle ein kleinerer Kirchenbau, der sich neben der ehemaligen Königs- bzw. Kaiserpfalz auf dem Merseburger Schlossberg befand. Der Merseburger Dom wurde Johannes dem Täufer sowie dem heiligen Laurentius gewidmet. Die Domweihe fand im Oktober 1021 statt. Kaiser Heinrich II. war persönlich anwesend. Im August 1545 predigte Martin Luther im mittlerweile hohen Alter die Reformation.

Merseburger Dom: Architektur

Der romanische Dombau wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Der Ausbau zur dreischiffigen Halle des Langhauses entstand in den Jahren 1510 bis 1517. Die heute noch erhaltenen quadratischen Westtürme prägen maßgeblich das Gesamtbild des Domes. Die Türme befinden sich hinter der Vorhalle, die optisch an eine Basilika erinnert. Im Gegensatz zu den Westtürmen unterscheiden sich die runden Osttürme in ihrer Gestalt. Ein Vierungsturm sollte das Gesamtbild des Domes vollständigen, dieser wurde jedoch nicht umgesetzt. Der spätgotische Umbau hat auch im Inneren des Domes Einzug gehalten. Markant sind die Netz- bzw. Kreuzrippengewölbe. Weiterhin bedeutend ist die mehrschiffige Hallenkrypta, die sich unterhalb des Chorraumes befindet. Ein Kreuzgang schließt sich an den Merseburger Dom an.

Merseburger Domschatz und Fürstengruft

Zum Merseburger Domschatz gehört vor allem das Grab des deutschen Gegenkönigs Rudolph von Schwaben (auch Rudolph von Rheinfelden genannt), der 1080 in der Schlacht von Hohenmölsen (ca. 45 km von Leipzig) gegen Heinrich IV. sein Leben verlor. Das Grab wird von einer Bronzeplatte geprägt, die sich im Chorraum befindet. Doch gibt es nicht nur das Grab des Königs zu sehen, sondern auch dessen Hand. Die Hand, mit der Rudolph seinem späteren Gegenspieler Heinrich IV. einst die Treue schwor, wurde vermutlich postum vom Körper getrennt und konserviert für die Ewigkeit. Weiterhin sehenswert sind der Taufstein aus dem 12. Jahrhundert sowie die Bischofsgräber der Bischöfe Thietmar von Merseburg, Thilo von Trotha sowie Sigismund von Lindenau. Die weltberühmten Merseburger Zaubersprüche aus dem 10. Jahrhundert befinden sich in der Domstiftsbibliothek im angrenzenden Kapitelhaus. Die Fürstengruft, die sich an der Südseite befindet, beherbergt die Gräber der herzoglichen Familie. Seit dem 17. Jahrhundert wurden hier Herzöge (unter anderem Christian I.) mit samt Familie beigesetzt. Die Fürstengruft ist regulär nicht geöffnet. Diese öffnet nur zu Sonderführungen an bestimmten Veranstaltungstagen.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Eintrittspreise: Erwachsene 6,50 Euro, vergünstigt: bei 4,50 Euro. Öffnungszeiten: Nov. – Feb.: Mo. – Sa. 10:00 – 16:00; So. 12:00 – 16:00 Uhr März – Okt.: Mo. – Sa. 9:00 – 18:00; So. 12:00 – 18:00 Uhr

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